Immer im August…….

Wenn ich daran zurück denke, was alles so im August passiert, ups, da wellen sich mir meine Haare. Sie sind grau und glatt. Na ja, im laufe der Jahre haben sie an Dichte und Locken verloren. Sie sind unendlich hell geworden.

Früher, also vor Jahren, als ich noch laufen konnte und geschäftig meinen Alltag bewältigte, ohne meine Merle, die immer noch ihr schönes schwarzes Fell hat. Nur an der Schnauze ein helles Weiß.

Ja, über den Augen ist sie auch schon ein wenig grau. An manchen Tagen, stellt sie sich vor mich hin, so als ob sie sagen möchte:“ Du bist grau, ätsch ich noch nicht.“ „Ich habe noch meine ursprünglichen Fellfarbe“. Wendet sich und geht zur Tür. Ein auf räuspern ihrer Lautsprache und ein kleines stupsen an der Tür, fordert mich mit ihr hinaus zu gehen. Dieser Hund, denke ich,“ Wer“, ist hier das „Herrchen“.

Das Leben ist hart, und der Hund zeigt es mir. Manchmal, wie an solchen Tagen, wäre eine Katze schön. Die kommt und geht wann sie will. Nur zum Fressen ist sie Zuhause und zum kuscheln.

Aber vielleicht ist es ein Trugschluss. Vielleicht sind Katzen anders. Sie sie bestimmt. Ich weiss es nicht.

Vielleicht können sie nicht zuhören, wie es meine Merle tut. Sie versteht nicht was ich sage, nur am Tonfall meiner Stimme horcht sie auf, neigt ihren Kopf oder legt ihn auf meinen Schoß. Manchmal wirkt es tröstend.
Aber dieser August hat uns zu schaffen gemacht. Uns beiden, wir kommen nicht so raus. Die vergangene Hitze, war nicht gut für uns. Ich überlegte mir schon, ob ich ihr nicht kleine Schuhe anziehen sollte, wenn sie auf dem heißen Pflaster laufen musste. Habe es dann unterlassen, Spaziergänge mit ihr zu machen und lieber mit ihr im Haus gespielt, damit ihr Leben sinnvoller ist.
Es macht Freude mit meinem Hund zu spielen, trotz ihres hohen Alters, ist sie noch sehr wendig. Zwischen den Stuhlbeinen, dem Sofa und dem Couchtisch, die Balance zu finden, ist enorm.

Sie war schnell ausgepowert und legte sich im Anschluss auf die kühlen Fliesen, in der Küche. Nicht aber vorher reichlich getrunken zu haben. Abends ging dann mein Hausherr mit ihr spazieren.  Für beide ein Genuss.
Ja, früher, um meinen Gedanken weiter zu spinnen, gingen wir an sehr warmen Tagen an den Fluss. Eine kleine sandige Böschung, lud zum verweilen ein. Mit einer Decke, Trinkflasche, Butterbroten, Buch und Regenschirm, ging es morgens los. Zuerst mit dem Fahrrad eine holprige Strecke auf den Straßen und Wegen, hinaus aus der Stadt, Dann ab ins Vergnügen. So sah in den meisten Fällen der August aus. In den Ferien. Nur konnte man nicht so weit in den Fluss schwimmen. Binnenschiffe machten ihre Bahn. Es war genug für uns.

Jahre später wurden  Freibäder eröffnet, nahe den Wohngebieten. Heute werden sie wieder geschlossen. Aber so ist der Lauf, der Lauf der Wirtschaft? Keine Gelder. Schade für die Jugend. Wenn ich heute mit meinem Rollstuhl am Freibad vorbei fahre, dann höre ich das Lachen, Kreischen und das Platschen des Wasser und ich erinnere mich. Immer im August. Es ist noch Sommer – Hochsommer –

Lieben Gruß Hilde

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Eine lange Zeit ……

Ihr Lieben,

nein, ich habe meine Auszeit genossen. Wirklich, aus und in der Tiefe meines Herzen. Ich weiß, es war eine lange Zeit. Ich habe sie gebraucht. Wie vieles nötig ist und gebraucht wird, im Leben. Nur manchmal übersehe ich es, für mich. So auch in der Vergangenheit.

Ja, es war schön und ich war nahe bei mir, etwas was ich lange nicht mehr gemacht hatte. Sich selbst näher zu kommen. Sich auszuhalten. Mit der Vielzahl an Launen und Wünschen. An Anforderungen und Aufforderungen. Zu erleben die eigenen Fähigkeiten und Unfähigen und mit der aufsteigenden Wut um zugehen.

Es war und ist bereichernd. Es hat Freude gemacht und nachdenklich. Ich durfte lernen.

Ich bin hier und freue mich wieder unter Euch zu sein.

Lieben Gruß Hilde

Es sollte der Wonnemonat werden ….

Ihr Lieben,

lange habe ich nichts von mir „hören“ lassen, unvermeidbar für mich.

Auch die nächste Zukunft sieht nicht besser aus. Keine Sorge, ich habe keine Zeit,  einfach – keine Zeit -.

Das liegt nicht nur, an den vielen kleinen, lebensnahen Veränderungen, sondern auch an den zukünftigen.

Es kann nur alles besser werden, aber bis dahin, habe ich „keine Zeit“ zu schreiben.

Bleibt mir gewogen.

Den schönsten Monat – Mai -, wünsche ich allen,

Eure Hilde

Was ist Freundschaft……..

Ja, das fragte ich mich schon eine Weile, eine sehr lange Weile. Denn mit den Jahren, fällt es nicht so leicht Freundschaften zu schließen.
Wovon hängen sie denn ab. Ich weiß es nicht wirklich. Damals als ich noch Kind war, war es ein leichtes Freundschaften zu schließen. Ich ging vom Gefühl aus. Der oder die gefiel mir. Mit ihr oder ihm kann ich spielen, Streiche aushecken. Wir standen wie eine -Eins- zusammen, wenn wir für Missetaten bestraft wurden. Keiner verriet den anderen. Wir hielten zusammen wie Pech und Schwefel. Damit machten wir Front, gegen die Erwachsenen und deren Ansicht.  Wir hatten gemeinsame Träume. Waren zusammen traurig, oder freuten uns. Lachten über die unmöglichsten Gegebenheiten. Wir waren voller Ideen und steigerten uns im Nachahmen. Gemeinsam fühlten wir uns stark. Wir waren der Gegenpol zu meiner Erziehung. Die verlangte manches Gegenteiliges, (sprich: Pünktlichkeit, Gehorsam, Ordentlichkeit, Ehrlichkeit, Sauberkeit, Aufmerksamkeit, Respekt) als wir wollten. es fiel mir schwer ein braves Mädchen zu sein.
Die Tränen die ich weinte, wurden , gemeinsam getrocknet und wir schworen uns, nie so zu werden. Aber hatte das etwas mit Freundschaft zu tun. Vielleicht waren es nur gleiche Interessen? Kann sein, denn nach der Schule, blieb mir nur eine Freundin irgendwann heiratete sie, zog in eine andere Stadt und dann…….
Eine Freundschaft wurde einer Liebe geopfert, das passiert häufig, oft. Muss es so sein?
Kann ich heute noch immer vom Gefühl ausgehen, wenn ich Freundschaften schließen will. Oder……., muss ich hinterfragen, kann ich nicht wie ein Kind unbedarft sein. Einfach glauben und hoffen, es passt!

Es passt zu mir, wie ein Zwilling. Sein Wesen spricht eine Seite an, die in mir ist, aber die ich selbst nicht hören kann. Weil ich mich ihrer schäme. Weil sie die sanftmütige, die verstehende ist, die ausgleichende ist. Ist der Freund den wir / ich suche, das Gegenstück von mir, oder ist er mir gleich. Kann ein Kollege ein Freund sein, oder teilt er nur ein gleiches Interessenfeld. Gibt es unter Freunden ein Wetteifern, Missgunst, Neid.

Und wenn ich alt bin, klappt es noch mit einer Freundschaft, kann ich diese Form von menschlicher Nähe wagen. Eigentlich macht es mich neugierig. Ich möchte gern daran glauben, dass es möglich ist.

 

Wohl nicht. Was meint Ihr……

Eine gute Woche

Hilde

Verlorene Träume, oder……..

Als junge Mädchen, und ich war gerade in dem Alter, in dem du heute bist, sagte Oma Lisbeth. Ja, ja, so zwischen zwölf und dreizehn Jahren, dabei bürstet sie ihr grauweißes Haar. Lange und ausgiebig.

Anna sah ihr mit abwartender Haltung zu.

„Oma, ich will auch einen Prinzen“; hatte sie gesagt.  „Einen Prinzen“ ?, wiederholte Lisbeth, beugte ihren Kopf nach vorn und bürstete diese in entgegen gesetzte Richtung. „Oma, warum machst du das, die  werden nicht so schnell länger“. „Stimmt, sie glänzen nur mehr und, es belebt die Kopfhaut und das Gehirn, dann …sie lächelte. Versonnen schaute sie in den Spiegel und sah ihre Enkelin im Türrahmen stehen. Groß ist sie geworden, frauliche Rundungen zeigten sich unter dem weiten Pullover den sie trug.  Habe ich es nicht eher bemerkt.

Wie schnell ist sie gewachsen.

Freundlich blickend, dabei denkend dann… kann ich besser auf deine Fragen antworten.  Schwieg, biss nichts sagend auf ihre Lippen. Alles muss das Kind  nicht wissen. Ein Kind, nein, nicht mehr.

Sie erblüht.

„Oma…, wie lange noch“. Warte meine Kleine, bin gleich fertig.
Einen Prinzen,  dachte Lisbeth. Damals, wünschte sie sich auch einen Prinzen, einen, der sie hoch zu Ross aus dem Verlies holte. Hinaus in die Weite des Lebens. Sie wusste es nicht wirklich was sich dort ihrer Brust ansammelte. Der Wunsch nach Weite, Freiheit, Abenteuer, Liebe war noch unklar. Lange ist es her, sehr lange. Aber dieses Gefühl kannte sie.

Nur ein unendlicher Druck, eine Enge die ihr die Luft zum atmen nahm. Sie fühlte sich wie Rapunzel. Eingesperrt, eingeengt, durch  Regeln, Pflichten, Vorschriften der wohlgemeinten Erziehung, die sie einstmals genoss.

Es konnte nur von außen etwas unternommen werden.

– Sittsam -, durchschoss es ihr Gehirn.

Ein Mädchen musste, sollte sittsam sein. Was immer es bedeutete.  Es fühlte sich an, wie Fesseln die kaum zu sprengen waren. – Glaubte sie -.  Es wird wieder Frühling.  Alles erwachte und auch in Anna.

Damals, sie lächelte, war es anders.

„Anna, ein Prinz muss es sein“, fragte sie? „Ach ja“. „Wenn es denn noch so viele gäbe“, murmelte Lisbeth. Wie im Märchen. „Es muss noch welche geben“, sprach Anna ihre Gedanken aus. „Schau dir Opa an“. „Er ist doch dein Prinz“. „Stimmt“, wiederholte Lisbeth, „er ist ein Prinz und manchmal benimmt er sich wie ein Thronfolger“. „Oma, was meinst du“. Ein fragender Blick aus weit aufgeschreckten Augen, begegnete ihr. „Nun ja“, zu Anfang……, fühlt es sich so an“. Sie lächelte.
Anna, dein Prinz ist schon in dir, er hilft dir die Mauer, die um dich sind zu sprengen. „Womit Oma“? „Mit Klugheit, Einsicht, Verständnis, Liebe. Liebe zu Dir selbst“. War ihre Antwort.

Anna ging in die Küche, holte Milch aus dem Kühlschrank schüttete ein gewisses Maß in einen Topf, stellte ihn auf den Herd, um alles zu erwärmen. Holte Kakao aus dem Schrank vermischte es mit Zucker und gab es hinein.
Eine heiße Schokolade, verhilft leichter zu denken, immer wenn sie  ihre Oma besuchte, fand dieses Ritual statt.

Lisbeth kam aus dem Badezimmer.  „Ömchen, Wow“. Du siehst gut aus. Danke, danke. Sie setzten sich in die Sessel ans Fenster und blickten nach draußen. Langsam schlürfen sie ihren Kakao .

„Schau Oma, dort, dort ist er, genauso so muss er sein“. „Ja“, sagte Lisbeth, „ich kenne ihn“. Laden wir ihn zur Grillparty im Mai ein, was meinst Du? Ein erstaunter Blick. Würdest Du? Na klar, kein Problem, Opa macht es, er ist im Sportverein. Das lässt sich machen.

Wie sieht es bei Dir mit Sport aus? „Oma“. „Ich denke nur an Deinen Prinzen“. Sie lachte.

Es klingelte an der Tür. „Mama Du“?  Oma lädt einen Prinzen ein. Toll nicht. Ja, aber bis dahin. „Ich weiß“……. lachte und lief schon mal nach draußen.

Beide Frauen sahen sich an und wussten, es wird eine spannende Zeit. Nichts für schwache Nerven.

Eine gute Woche.

LG. Hilde

 

 

Ostern, schon in dieser Woche…….

Das trifft mich, irgendwie bin ich zu langsam.

Ostern……….., war nicht gestern erst Weihnachten? Ich habe noch Kekse von Weihnachten.

Kaum zu glauben.

„Ich könnte sie doch“, mit einem Blick zu meinem Sohn gewandt , „einfrieren“. „Könntest du“, um seinen Mund zog sich eine Falte die sich hin bis zu den Wangen verlängerte. Ein seltsames Grinsen untermalt von der sich langsam hochstehenden Augenbraue seines rechten Auges.
Oh, oh, mir schwant nichts Gutes, da kommt mal wieder so ein Spruch, der mir den Boden unter den Füßen wegzieht, oder ich nicht genau weiß, wie ich mich verhalten soll /muss /kann und tatsächlich es kam:

“ Mama nun – wirrste – wunderlich“.

Er sagte „Mama“, nicht Mutter, wenn er „Mutter“ gesagt hätte, dann hätte ich ernsthaft aufgehorcht. Ich hätte mir Sorgen gemacht, es käme eine lange Erklärungsgeschichte.
Bei „Mama“, war er innerlich sehr nah bei mir, er lächelte, fing an zu lachen, gab mir einen Kuss und sagte, noch oben drauf, „Mama es ist das Alter“. „Sollen wir die Kekse in den Gefrierschrank legen“, hob sie hoch und in der Bewegung inne haltend, hörten wir.

“ Papa“  meinen Enkel sagen: “ Papa, mach mal, vielleicht ist da der Osterhase drin“. – Und kicherte –

Der Eierkocher  unterbrach uns und der Hausherr kam in die Küche: „Hört denn niemand.“ Machte den Eierkocher aus, schreckte die Eier ab und sagte: „Wer will denn – die – alle essen“.

„Nicht heute – Ostern -, aber bunt müssen sie sein“, kam es aus vereinten Mund.

Ostern???,  Ostern, schüttelte seinen Kopf. Ein ungläubiger Blick ging durch die Runde, sah die Kekse, griff mit erstrahlenden Gesicht und  beiden Händen die Kekse. „Da sind sie ja“. „Haben mir so zu Weihnachten gefehlt“. Nahm  sie und ging.

Man hörte nur noch:

“ Vielleicht gibt es – Weihnachten – Ostereier“.

Verdrehte Welt.

 

Eine gute Woche

LG. Hilde

Ich suchte und suchte…..

Nestbau

Einen guten Tag …….

In meinem Alter ist es nicht so abwegig zu – Suchen -, denkt sich Jedermann.

Aber mir gefällt es nicht, – gar nicht -. Ich lege meine Dinge, immer an ihren angestammten Platz (meistens) dorthin wohin sie gehören und erinnere mich.   Aber, seit geraumer Zeit vermisste ich meinen    Fotoapparat  -.
Das letzte Mal als ich ihn sah, lag er auf meinem Wohnzimmertisch. Mein Hausherr hatte Bilder auf meinem Computer gespeichert.
Na endlich, dachte ich, es wurde auch mal Zeit. Ich kann es nicht, noch nicht und ich will ihm auch nicht diese so interessante Aufgabe nehmen.
Aber und nun kommt schon wieder – aber -, es musste der Fotoapparat  geladen werden. Ich habe nicht das – neueste Modell -, nein, muss nicht sein. Der alte tut es noch, außerdem, habe ich meine Lieblingsgeräte, die ich um nichts in der Welt hergeben möchte. Also dachte ich, nimm dir deinen Apparat und lade ihn.

Er war weg, einfach.

Ich traute meinen Augen nicht. Er lag nicht auf dem Wohnzimmertisch und auch nicht wo er hingehört.
Wo war er denn. Ich fragte meinen Hausherrn, wo hast du den Apparat hingelegt.

Antwort: “ Es ist dunkel draußen, du willst doch nicht raus.“

Oh, ich kriege die Krise, dachte ich.

„Ich suche den Fotoapparat“, antwortete ich. „Das kannst du nicht“.

„Was kann ich nicht“.

Na programmieren, speichern, dabei blickte er über seine Lektüre hinweg. Schüttelte den Kopf und las weiter.

„Den  –  FOTOAPPARAT  -, wo hast du ihn hingelegt“.

„Was, Wie,  – Weiss Nicht -„.

Nach einer geraumer Zeit kam:“ Du hattest ihn zuletzt“.

“ Iccch“.

In einem gewissen Alter werden wir sonderlich. Ich wollte es nicht wahrhaben, oder vielleicht war es auch nur Frust- Trostdenken.

Also ich setzte ich mich in meinem weichen warmen Sessel. Machte es mir gemütlich, und schloss meine Augen. Denn nichts, rein gar nichts sollte mich ablenken beim Zurückdenken.

Ich dachte darüber nach, wohin mein Hausherr den Apparat gelegt haben könnte. Also ging ich insgeheim seinen Gewohnheiten nach.

Vergeblich.

Diesmal kam ich zu keinem Ergebnis, Weihnachten verging, das Jahr verging und es wurde März. Immer noch trug ich den Gedanken bei mir, wo kann der Apparat denn sein.

Gestern kam mein Hausherr mit dem Fotoapparat in der Hand aus dem Garten, dort steht ein Schuppen mit Werkzeug (er hat etwas gesucht)und allem was ein Mann/ Frau so braucht unter anderem auch Batterien, für diverse Geräte.

Schau mal, hatte ich vergessen. Er wedelt mir förmlich meinen Apparat vor mein Gesicht.  „Und“, fragte ich, „funktioniert er“.  “ Weiss Nicht“,  ging abermals  nach draußen.

Hoffentlich kommt er wieder (der Apparat).

Eine schöne Woche

Hilde